Die Honigbiene

Jeder kennt sie und denkt dabei sofort an den süßen und gesunden Honig, der jeden Morgen auf´s Butterbrot kommt.

bienen honig

Doch die eigentliche Leistung der Bienen besteht im Bestäuben von Blüten, ohne die eine große Artenvielfalt der Pflanzen und eine gute Ernte von Früchten überhaupt nicht denkbar wären. Selbst die industrielle Landwirtschaft endeckt mitlerweile wieder, dass es ohne die Biene zwangsläufig zu Ertragseinbußen kommt. Man sieht wieder vermehrt Korn- und Mohnblumen an den Feldrändern, um blütenbestäubende Insekten anzulocken. Leider gibt es hier teilweise verhärtete Fronten zwischen der industriellen Landwirtschaft und den Imkern, da es durch den Einsatz von Pestiziden in den vergangenen Jahren vermehrt zum Bienensterben kam.

Doch zurück zur Honigbiene. Diese begleitet den Menschen bereits seit mehreren 1000 Jahren und der Mensch hat frühzeitig erkannt, welches Potentzial diese kleinen Insekten haben. Da war in erster Linie der süße Honig, der antibakterielle Wirkstoffe enthält und schon frühzeitig als medizinische Wunderwaffe galt. Zudem nutzte man den Wachs der Bienen, um später daraus Kerzen oder andere Dinge herzustellen. Heute wissen wir, dass selbst das Gift der Bienen heilende Wirkungen hat. Für die Schönheit wird es zum Teil als Botox-Alternative verwendet. Für die Gesundheit ist es sicherlich legitim, doch für die Schönheit Bienen sterben zu lassen halte ich persönlich für verwerflich.

Nicht zu vergessen ist Propolis oder auch Kitharz genannt. Diesen nutzen die Bienen, um Ritzen zu verstopfen und Krankeitserräger fernzuhalten. Es ist auch zwingend nötig, da innerhalb eines Bienenstocks die besten klimatischen Vorraussetzungen zur bakteriellen Vermehrung vorherrschen (35°C und hohe Luftfeuchte). Propolis wird heute medizinisch als Bestandteil in einem breiten Spektrum angewendet. Ob als Salbe, Tinktur oder als Lutschtablette, die Biene hat die reinste Wunderapotheke.

propolis gelee royal

Das Highlight bildet schließlich ein ganz besonderer Saft, dass sogenannte Geleè Royal. Es ist ausschließlich den Königinnen vorbehalten und enthält erlesene Inhaltsstoffe. Nur durch diesen ganz besonderen Saft, entwickelt sich letztendlich aus einer ganz normalen Bienenlarve eine Königin. Theoretisch könnte also aus jeder ixbeliebigen Bienenlarve auch eine Königin werden, wenn sie denn Geleè Royal zu fressen bekäme. Dies zeigt einmal mehr, welchen Einlfluss Nahrung auf die DNA eines Individuums nehmen kann.

Die Biene hat sich über millionen Jahre kaum verändert und auch bakterielle Krankheitserreger konnten ihr nichts anhaben. Sie ist eines der gesündesten Tiere auf unserem Planeten. Nur durch die Globalisierung und die Industrialisierung der Landwirtschaft wurde sie zwangsläufig stark in Mitleidenschaft gezogen. Einheimische Bienen kamen mit den Krankheitserregern aus anderen Ländern nicht klar, wie z.B. mit der amerikanischen Faulbrut. Und die asiatische Varroamilbe wird den Imkern sicherlich noch Jahre zu schaffen machen. Monokulturen in der Landwirtschaft und der Einsatz von hochgiftigen Pestiziden, schwächen die Bienen zusätzlich.

Daraus müsste jedem klar werden, dass es beim Umgang mit der Biene zu einem Umdenken kommen muss. Wir brauchen eine große Artenvielfalt der Pflanzen, damit die Honigbiene ihre Tinkturen auch herstellen kann. Allein mit der Rapsblüte wird es nicht funktionieren. Dies wäre so, als wenn der Mensch in der Apotheke nur noch Asperin bekommt.

Wer sich intensiv mit der Honigbiene beschäftigt wird früher oder später feststellen, dass die Honigbiene nach wie vor eines der größten Naturwunder ist.